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Info 3: Main-Post vom 29.02.12:
Erste Pfarrversammlung in Brünnstadt
Pfarrer Stefan Mai konnte zusammen mit Kaplan Michael Weck
38 Brünnstädter in der Alten Schule zur ersten
Pfarrversammlung seit der Gründung der Pfarreiengemeinschaft
begrüßen.
Zunächst legte Mai in nüchternen Zahlen die Entwicklung der
deutschen Katholiken in den letzten 50 Jahren dar. Im Jahr
1955 gab es in der alten Bundesrepublik 24,22 Millionen
Katholiken. Diese Zahl stieg durch die Vereinigung mit der
DDR im Jahre 1990 auf 28,25 Millionen an und ist bis zum
Jahr 2010 auf 24,65 Millionen Katholiken in Deutschland
wieder gesunken. Prozentual sieht dies dramatischer aus. Im
Jahr 1955 waren in der Bundesrepublik noch 46,2 Prozent der
Bevölkerung Katholiken, dies fiel bei der Wiedervereinigung
auf 35,6 Prozent im Jahr 1990 und ging auf 30,2 Prozent im
Jahr 2010 weiter zurück. Die Tendenz ist weiter stark
fallend. Zusammen mit der evangelischen Kirche gibt es in
Deutschland zirka 60 Million Christen. Besonders der
sonntägliche Gottesdienst findet immer weniger Anhänger.
Waren es im Jahr 1950 noch 50,4% der Bevölkerung die einen
Gottesdienst besuchten, konnte man im Jahr 2010 nur noch
12,6 Prozent verzeichnen. Dies schlägt sich auch besonders
beim Berufswunsch Priester nieder. Heute werden noch 90
Priester pro Jahr in Deutschland geweiht, dies waren vor 50
Jahren noch 560. Es werden zur Zeit 12 Prozent ausländische
Priester in Deutschland eingesetzt wie Mai ausführte. Die
Prognosen gehen für das Jahr 2020 davon aus, dass zwei
Drittel aller Pfarrgemeinden ohne Priester dastehen. Die
Diözese Würzburg ist diesem Priestermangel bisher mit dem
Gebilde der Pfarreiengemeinschaften begegnet. Bei anderen
Diözesen wurden hingegen vermehrt Pfarreien fusioniert, da
es zu wenige freiwillige Bürger für die zu besetzenden Ämter
wie Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltung gab.
Auch in der Diözese Würzburg gibt es bereits diese Tendenz.
Doch man ist der Meinung, dass solch eine Fusion von den
Pfarrgemeinden aus geschehen muss und nicht von oben
aufgezwungen wird.
Rhetorisch stellte Pfarrer Mai die Frage: Wie holt man die
treuen Fernen in die Kirche zurück. Damit meine er die
Katholiken, die der Kirche zwar auf dem Papier treu bleiben,
jedoch nicht mehr in Gottesdienste oder andere
Veranstaltungen kommen. Der Kirche fällt im Moment kein
passendes Konzept ein, wie Kirche im Volk lebendig bleibt,
führte Mai aus. Nach der Meinung von ihm werden es besonders
die kleinen Kirchen sehr schwer haben. Hier stellen sich vor
allem drei grundlegende Fragen: Bleiben die Pfarrgemeinden
organisationsfähig, das heißt finden sich genügend
Freiwillige, dass die örtliche Kirche von diesen getragen
wird. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt werden die örtlichen
Finanzen sein, da meist Gebäude unterhalten werden müssen.
Die Pro-Kopf-Zuweisungen der Diözese werden hier nicht
ausreichen, machen diese für Brünnstadt zum Beispiel nur
1.200 Euro im Jahr aus. Sicherlich wird es für größere
Reparaturen auch Zuschüsse der Diözese geben, aber es wird
auch immer ein großer Betrag an der eigenen Pfarrgemeinde
hängen bleiben. Der dritte Aspekt wird sein, ob die
Pfarrgemeinde noch liturgiefähig sein wird, findet sie
weiterhin noch genügend Menschen, die sich in den Dienst der
Kirche wie zum Beispiel Messner, Orgelspieler, Ministranten
stellen.
Kirchenpfleger Erhard Weckert stellte die örtlichen Finanzen
vor. Die Eigenmittel der Gemeinde sind sehr gering und vor
allem schlugen im letzten Jahr die hohen Stromkosten zu
buche. Die Brünnstädter Kirche wird mit einer
Fußbodenstromheizung gewärmt. Dies führte in der
anschließenden Diskussion zu eingehender Erörterung. Als
vorbildlich bezeichnete Weckert die Spendenbereitschaft der
örtlichen Vereine.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Martina Ruß stellte das Gremium
Pfarrgemeinderat vor und erläuterte die Aufgaben der
einzelnen Mitglieder. Vom Pfarrgemeinderat werden folgende
Aktionen organisiert oder begleitet: Die Sternsingeraktion,
der Seniorenaltentag, die Altkleidersammlung, das Osterfest,
die Sternwallfahrt, Prozessionen und Wallfahrten, das
Pfarrfest sowie die Roratefeiern. Anhand von Lichtbilder
wurden die Ereignisse nochmals in Erinnerung gerufen.
Pfarrer Stefan Mai dankte zusammen mit dem Pfarrgemeinderat
den beiden Reinigungskräften Martha Hessenauer und Inge
Niedermeyer für ihre langjährige Tätigkeit beim Kirchenputz.
Als Dank gab es eine Kerze, geschmückt mit der Brünnstädter
Kirche und Blumen. Hier werden nun von der Pfarrgemeinde
freiwillige Kräfte gesucht.
Die Küsterin Maria Weckert erhielt als kleines Dankschön
einen Blumenstrauß.
In der sich anschließenden Diskussion wurde der Wunsch
geäußert bei einem Wortgottesdienst auch die Kommunion
auszuteilen. Das Verneinte Pfarrer Stefan Mai. Für ihn macht
es Sinn, sich auch einmal nur mit einzelnen Bibeltexten zu
beschäftigen und daraus Rückschlüsse auf das eigene Leben zu
ziehen. Nicht jeder Gottesdienst muss mit einer
Kommunionfeier bereichert werden findet Pfarrer Stefan Mai.
FOTO STOP:
Untertitel:
Kaplan Michael Weck freut sich zusammen mit Pfarrer Stefan
Mai und Messnerin Maria Weckert über die große
Spendenbereitschaft der Brünnstädter Vereine. Bei der ersten
Pfarrversammlung wurden die neuen Ministrantenröcke
vorgestellt. Die Brünnstädter Festgemeinschaft spendete
hierfür 300 Euro.
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Info 4:
Kommunionfeier in Brünnstadt
Fünf Brünnstädter Kinder feierten am vergangenen Sonntag
ihre Erstkommunion. Pfarrvikar Michael Prokschi ging in
seiner Predigt auf das Thema Freundschaft ein und erläuterte
die Freundschaftsbeziehung zwischen Gott und den Menschen.
Im Bild von links Gabriel Becker, Fabio Rehberger,
Pfarrvikar Michael Prokschi, Marie Zimmerer, Ramona Hoferer
und Latasha Releford.
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