Frankenwinheim
   Ein Streifzug durch Straßen u. Gassen
     (mit landeskundlichen, heimatkundlichen u. geschichtlichen Anmerkungen) - Autor: Heinz Köpl

Allgemeines

Straßen und Gassen

* Allgemeines zum Thema

* An der Weidach

Nachwort

* Oberer Wiesenweg

* (persönliches) Nachwort von Heinz Köpl

* Frankenstraße - Wendenstraße - Ilbingstraße

Wappen-Entwürfe für Frankenwinheim

* Scherenbergstraße

* Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl

* Judengasse

Heinz Köpl

* Oberer Wiesenweg

* Roman-Schimpf-Straße

* Sebastian-Pfriem-Straße

* Julius-Echter-Straße

* Nikolaus-Heilmann-Straße

* Johann-Laufer-Straße

* Am Kirchberg

  
Der Ort Frankenwinheim

Auszug aus: Festschrift "125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Frankenwinheim", 1999
    und eine Überarbeitung aus dem "Scherenberg-Festjahr" 2001 (eigenes Heft)

* In den folgenden Anmerkungen habe ich Straßen und Gassen unseres Dorfes sozusagen als "Aufhänger"
   benutzt, um an ihren Namen geschichtliche oder heimatkundliche, landeskundliche oder geografische Aussagen
   festzumachen.
* Als Beispiel möge die kleine Straße "An der Weidach" dienen: Dieses kleine Flüsschen nehme ich zum Anlass,
   über andere Flüsschen, Bäche und überhaupt Gewässer unserer Gemeinde zu berichten.
* Vieles von dem, was ich hier niederschreibe, ist bereits bekannt, manches mag neu erscheinen, und vieles harrt
   noch der Entdeckung oder Aufbereitung.
* Wie immer bin ich für ergänzende oder berichtigende Hinweise sehr dankbar.

Allgemeines:
* Das Dorf  Frankenwinheim liegt im lieblichen Tal der Weidach westlich der ehemaligen Kreisstadt
   Gerolzhofen. 
* Die Landschaft ist hügelig und sehr fruchtbar, daher schon in vorgeschichtlicher Zeit bebaut und besiedelt. 
* Weizen und Braugerste, Zuckerrüben und Spargel gedeihen hier prächtig und an den Hängen des Rosenbergs
   wächst ein köstlicher Wein
* Und selbst der Wald gibt außer den üblichen Holz noch Eichelmast und Wildkirschkerne, die für gutes Geld an
   Forstbetriebe und Baumschulen verkauft werden können. 
* Die Fruchtbarkeit des Bodens ist wohl auch der Grund dafür, dass man in unserer Flur kaum Wiesenflächen
   kennt - alles ist Ackerland. 
* Frankenwinheim liegt 235 m über dem Meeresspiegel; man spricht auch von der Höhe über Normal-Null (NN). *
   Dies ist übrigens die Niveaufläche der Erde, die mit dem Mittelwasser der Nordsee am Amsterdamer Pegel
   zusammenfällt; d. h. alle Höhenangaben in Landkarten und dgl. werden von dieser Höhe aus gemessen.
* Da verschiedene Gebäude einer Ortschaft aber meist verschieden hoch liegen (etwa Pfarrhaus und
   Raiffeisenbank bei uns), wird die Höhe zum Fußboden des jeweiligen Rathauses angegeben.
   (Vergleich: Rosenberg 266 m über NN, Zabelstein 489 m).
* Im Gradnetz der Erde liegt Frankenwinheim nahe beim Schnittpunkt 50° nördl. Breite und 10° östl.
  Länge
. (Der genaue Schnittpunkt ist westlich von Arnstein; dort gibt es neuerdings ein sehr sehenswertes
   "Schnittpunkt-Denkmal" aus Sandstein.)

An der Weidach
Durchflossen wird unser Gemeindegebiet von 3 Flüsschen
1.  Der
Volkach, die von Michelau herkommend durch Gerolzhofen und die Hörnauer Seen fließt, und durch
    unseren Gemeindeteil Brünnstadt nach Zeilitzheim und Obervolkach kommt, und dann in Volkach in den Main
    mündet.  Nach ihr ist seit der Karolinger-Zeit unsere Gegend Volksfeldgau genannt (Folkfelt). 
2. Am nördlichen Rand des Dorfes fließt in zwei Armen die
Weidach, die bei Mutzenroth entspringt, über
    Schallfeld hierher kommt und nach Krautheim in Obervolkach in die Volkach mündet. 
3. Und hier in Frankenwinheim mündet auch noch der kleine
Lülsbach in die Weidach. 
    Neben den Anglerseen und den kleinen Weihern ist es vor allem der Hörnauer See, der zwar
    teichwirtschaftlich genutzt wird, aber doch mit seiner Insel und den breiten Schilfgürteln ein weithin
    bekanntes Vogelparadies ist.

Frankenstraße - Wendenstraße - Ilbingstraße
* Unser Dorf Frankenwinheim liegt auf einer Linie, wo die einwandernden Franken auf die vorgedrungenen
   Slawen oder Wenden (winidi) stießen. 
* Setzt man die fränkische Wohnsitzbezeichnung "heim" mit "winidi" zusammen, ergibt sich daraus der älteste
   belegte Name unseres Dorfes "winideheim".
* Da in einer ersten urkundlichen Erwähnung von 779 belegt wird, dass der fränkische Adelige Ilbing (eigentlich
   Ilbinc) sein Dorf Winideheim dem Kloster Fulda geschenkt hat, wird auch sein Name im Neubaugebiet durch
   einen Straßennamen in Erinnerung gehalten.

Oberer Wiesenweg
* Im Tal der Weidach, am "Oberen Wiesenweg" (Radweg nach Gerolzhofen), steht eines der hübschesten
   Denkmale in unserer Flur - die Wiesenkapelle.
* Über ihre Entstehungsgeschichte weiß man wenig, bzw. nichts. 
* Sebastian Pfriem schreibt 1926: "Im Inneren befindet sich ein kleiner Steinaltar mit ... der Geißelung unseres
   Herrn." (Seite 64). Obwohl diese Aussage auch andernorts zu lesen ist, ist sie doch nicht (mehr?) zutreffend.
   Es muss seither ein innerer Umbau stattgefunden haben.
* Über dem bauchig-barocken Altartisch mit polygonaler Steinplatte erhebt sich das Retabel mit dem sehr
   detailreichen Bild der Krönung Mariens. Gottvater mit dem dreieckigen "Auge Gottes" und Gott Sohn mit dem
   Kreuz setzen Maria die Krone auf - darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube.
* Flankiert wird dieses rechteckige Sandstein-Relief von barocken Rocaillen und darüber erhebt sich noch ein
   geschweifter Aufsatz mit einem Muschenornament.
* Links vom Altar erblicken wir zunächst St. Sebastian, den in Pestzeiten hochverehrten und angerufenen
   Heiligen, am Baum fest gebunden und von Pfeilen durchbohrt, und noch weiter links St. Rochus mit Stab,
   Täschchen und Schäfchen.
* Auf der rechten Seite sehen wir Jesus an der Geißelsäule - an Händen und Armen mit Stricken gefesselt - und
   außen St. Wendelin mit Schippe, Schaf und Rind.
* Ein stimmungsvoller Rastpunkt am Rad- und Wanderweg nach Gerolzhofen - diese Krönung-Mariens-Kapelle!

Scherenbergstraße 
* Namhafte Kirchenhistoriker, wie die Professoren Wittstadt, Würzburg und Wendehorst, Erlangen, schreiben
   den Geburtsort von Fürstbischofs Rudolph II. von Scherenberg Frankenwinheim zu und geben das Jahr 1401 als
   Geburtsjahr an.
* 14 Jahre seines jungen Lebens verbrachte er hier im Scherenberg'schen Anwesen, seinem Vaterhaus.
* Dieser "größte Sohn unseres Dorfes" saß fast 30 Jahre lang auf dem Stuhl des Heiligen Burkard und führte das
   Fürstbistum und Hochstift Würzburg aus desolaten Zuständen heraus zu neuer Blüte.
* Nie vergaß er sein Frankenwinheim.
* Er setzte sich energisch für die Belange der dortigen armen Leute ein, überließ ihnen seine Viehweiden, und ließ
  
im Jahre 1491 die Kirche bauen.
* Sein Marmorgrab (Bild) im Würzburger Dom meißelte kein Geringerer als der große Tilman Riemenschneider. 
* Da Riemenschneider den großen Kirchenmann noch persönlich gekannt hat, ist mit großer Sicherheit anzunehmen,
   dass die Gesichtszüge authentisch sind.
* Heute, nach etwa 500 Jahren, ist in Frankenwinheim die Erinnerung an diesen großen Sohn noch nicht
   erloschen: 
- Jahrhunderte lang wurden alljährlich
vier Seelenämter für den Wohltäter gehalten; 
- 1971 übernahm die Gemeinde die
Schere ins Gemeindewappen
- die
Straße beim Schlossgut wurde nach dem großen Sohn benannt, 
- der Festsaal im Rathaus
"Scherenbergsaal" (an der Stirnseite prangt sein Bild - gezeichnet von Heinz Köpl), 
- 1985 errichtete die dankbare Gemeinde das eindrucksvolle Standbild vor seinem Vaterhaus (gemeißelt von
   Günther Hampel aus Rauhenecker Sandstein) und 
- für verdiente Mitbürger gibt es seit einigen Jahren die
"Scherenberg-Medaille".
* Den 600. Geburtstag nahm die Gemeinde zum Anlass, das Jahr 2001 zum Scherenbergjahr auszurufen: 
   Gottesdienste, Vorträge, eine Ausstellung im Scherenberg-Saal und eine Wallfahrt mit den Frankenwinheimer
   Bürgern und Vereinen in den Würzburger Dom, wo Domkapitular Günther Putz mit dem Gesangverein und den
   Rosenberg-Musikanten einen festlichen Gedächtnisgottesdienst am Grabmal zelebrierte.
* Diözesanbischof  Prof. Paul Werner Scheele besuchte im Mai Frankenwinheim und erhielt als 32. Nachfolger
   Rudolphs die Scherenberg-Medaille der Gemeinde.

Julius-Echter-Straße
* Nähert man sich unserem Dorf - egal von welcher Seite - erblickt man zuerst die Kirche mit dem spitzen Turm.
* Sie steht auf der höchsten Erhebung des Dorfes und ist weithin sichtbar. (Selbst aus den oberen Stockwerken
   des Leopoldina-Krankenhauses in Schweinfurt kann man sie mit dem Fernglas erkennen.)
* Auf einem spätromanischen Unterbau mit zwei Geschossen und zwei spätgotischen Geschossen sitzt der spitze
  "Julius-Helm", eine Turmform, die in unserer Gegend viel zu sehen ist.
* Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn  (*1545, +1617) ließ sie im Zuge der Gegenreformation im ganzen
   Bistum bauen; sie sollten der "mahnende Finger" sein, der gen Himmel weist. (Die ältere fränkische Form des
   Turmhelms besteht aus Kugeln und Turmlaterne, z. B. noch zu sehen in Bimbach!)
* An diesen großen Fürstbischof erinnert eine - heute total verwitterte - Steintafel an der Pfarrgartenmauer, die
   in den sechziger Jahren noch leidlich gut zu lesen war.
* Ich habe sie mit meinen Schülern seinerzeit abskizziert; fotografieren konnte man sie damals schon nicht mehr.
* Sie ist die "steinerne Gründungsurkunde" unseres einstigen Schulhauses (heute Rathaus).
* Dieses wurde in späteren Jahren (1793) durch Graf Schönborn umgebaut und nach Auflösung des
   Schulbetriebes in den achtziger Jahren von der Gemeinde generalsaniert und 1993 seiner neuen Bestimmung als
   Rathaus und Gemeindezentrum übergeben.

Judengasse (siehe auch: Jüdische Geschichte in Frankenwinheim)
* Sie befindet sich zwischen Mariensäule und ehemaliger Synagoge. Am Anfang der Gasse finden wir eine
  Gedenktafel an die jüdischen Mitbürger mit folgender Inschrift: 
  "Die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde an die jüdischen Mitbürger von Frankenwinheim steht in
   der Judengasse 6. Zur Erinnerung und Mahnung"

* Gedenktafel, Straßenname und Synagoge erinnern an diese armen Menschen, die Deutschland verlassen mussten,
   oder umgebracht wurden. Wie eine jüngste Befragung der noch lebenden Menschen ergab, war es weniger die
   physischen Gewalt, die ihnen angetan  wurde - es waren mehr die Verspottungen, die Hänseleien, z. T. auch
   Verleumdungen, und zuletzt die schiere Angst, die ihnen das Leben schwer machten. 
* Dem Einwohnerbuch 1930 für Stadt und Bezirksamt Gerolzhofen ist zu entnehmen, dass es damals in
   Frankenwinheim 16 Juden gab mit einer Israelitischen Kultusgemeinde, der Isidor Marmelstein vorstand.
* Es lebte zu dieser Zeit hier ein israelitischer Religionslehrer Josef Kissinger, der aus Fürth stammte, und ein
   leiblicher Onkel des späteren US-Außenministers Henry Kissinger war. 
* Auf einer meiner Israelreisen habe ich im "Tal der (untergegangenen jüdischen) Gemeinden" bei der
   Gedenkstätte Yad Vashem auch den Namen unseres Dorfes in hebräischer und lateinischer Schrift gefunden
   (und fotografiert).
* Im November 1999 errichtete die Gemeinde Frankenwinheim einen Gedenkstein für ehemaligen Mitbürger
 
 jüdischen Glaubens.
* Der Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Joseph Schuster, hielt die Gedenkrede und der Kantor
   der Jüdischen Gemeinde sang das Gedenkgebet "El moleh Rachamim".
* Der Gedenkstein steht vor dem Rathaus.

Nikolaus-Heilmann-Straße
* Nikolaus Heilmann war Schulmeister und Gerichtsschreiber in Frankenwinheim.
* Ihm verdanken wir die sehr anschaulichen und erschütternden Berichte aus dem "Schwedenkrieg" 1630-1635
   (nachzulesen bei Karl Treutwein, "Von Abtswind bis Zeilitzheim", Frankenwinheim, S. 26).
* Diese Chronik des Nikolaus Heilmann gilt übrigens als verschollen; für Hinweise auf den Verbleib derselben
   wären Bürgermeister und Verfasser sehr dankbar.

Roman-Schimpf-Straße
* 1813 erhielt der Lehrer Vincenz Schimpf die Schulstelle in Frankenwinheim.
* 114 Jahre lang unterrichteten 3 Generationen dieser Familie (Vincenz - Michael - Roman Schimpf) die Kinder
   von Frankenwinheim - ein Fall, der wohl einzigartig in der Schulgeschichte Franken ist! 
* Von Michael Schimpf, dem Vater des verdienstvollen  Roman Schimpf, nach dem die Straße benannt ist, existiert
   eine "Visitation-Notate", in der bestätigt wird, dass am 25. Oktober 1879 die Schule zu Frankenwinheim und
   der Lehrer Michael Schimpf durch den Königlichen Schulinspektor Friedrich Erbshäuser in Anwesenheit des
   "Herrn Pfarrers" ("Geistliche Schulaufsicht") visitiert worden ist. 
* Neben vielen formalen Feststellungen wird erwähnt, dass die "israelitischen Kinder fehlen, weil heute Samstag
   ist".
* Selbst der Schulschrank wurde inspiziert ("alles gut geordnet").
* Zum Gesamteindruck heißt es: "Die Bänke sind alt, aber noch brauchbar, die Ventilation ist genügend, die
   Beleuchtung mangelhaft und die Reinlichkeitspflege sehr gut."
* Dem Lehrer aber wird attestiert: "Ein eifriger Lehrer und Muster der Ordnung!".

Johann-Laufer-Straße
* 1892 hat der Privatier Johann Laufer sein - als Altersruhesitz erbautes - Haus mit Garten den Erlöser-
  Schwestern
zur Errichtung einer "Kinderbewahr-Anstalt" geschenkt; noch heute ist dort der florierende
   Kindergarten untergebracht. 

* Für die Kirche stiftete er an
alle drei Altäre je ein Assistenzfigurenpaar: Die Apostelfürsten Petrus und
  Paulus
(Hochaltar), Josef und Wendelin (linker Seitenaltar) und rechts den Heiligen Antonius (im Volke
   hochverehrt als Helfer bei verlorenen und dringend gesuchten Dingen) und
Franz von Assissi - "Erfinder" der
   vor allem bei Kindern so beliebten figürlichen Krippendarstellung. 
* Über das Leben dieses Mannes wissen wir leider recht wenig.
* In der Schrift "100 Jahre Kindergarten Frankenwinheim" von 1995 habe ich auf  S. 22 einige wenige Fakten
   zusammengetragen.
*  Nicht einmal eine Fotografie steht uns zur Verfügung. 
*  Es existiert eine Gruppenaufnahme von der Kindergarteneinweihung, auf der Privatier Laufer zu erkennen ist.
* Diesem geschätzten Wohltäter der Gemeinde hat man nun in Dankbarkeit eine Straße im Neubaugebiet gewidmet.

Sebastian-Pfriem-Straße
* Sebastian Pfriem wurde 1883 in seinem Vaterhaus in der nach ihm benannten Straße geboren; nach seinem
   Studium erhielt er in Würzburg 1906 die Priesterweihe und kam dann an viele Kaplanstellen, an denen er immer
   ca. zwei Jahre seinen Dienst tat: Oberleichtersbach, Wiesenfeld, Gemünden, Mömbris und Oberwestern.
* Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Militärdienst eingezogen und war im seelsorglichen Einsatz in mehreren
   Lazaretten.
* Nach dem Krieg war er dann Pfarrer in Langenprozelten, wo er in schwerer Inflationszeit die Kirche erbaute
   (1928 eingeweiht).
* 1936 ging er als Pfarrer nach Gänheim bei Arnstein; 1946 ernannte ihn der Bischof wegen seiner großen
   Verdienste zum "Geistlichen Rat".
*  1954 trat er in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tode 1958 in seelsorglicher Aushilfe in Holzhausen.
*
Er ist der Verfasser unserer ersten Dorfchronik "Das Dorf Frankenwinheim.
* Urkundliche Nachrichten über die Pfarrei" (Gerolzhofen 1926).
* Die Gemeinde veranlasste im Jahr 1998 einen Reprint, da das Buch total vergriffen war. (Elfriede und Jupp
   Kunzmann steuerten eine sehr interessante und lesenswerte "Nachlese" bei über gesellschaftliche und soziale
   Veränderungen seit dieser Zeit.)

Am Kirchberg
* Seit jeher ist er das Herz und das Zentrum des Dorfes.
* Im Zuge der Dorfsanierung und im Hinblick auf die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner
   werden" wurde er neu gestaltet, da bei den Vorberatungen das Urteil lautete: Zu viel Teer, und zu viel Blech!
* Seither ist er gepflastert und autofrei.
* In der eindrucksvollen Kastanienallee führt der Weg direkt hinauf zur Kirche. 
* Das markanteste Zeichen Frankenwinheims, das Kennzeichen unseres Dorfes aber ist der Kirchturm. 
* In seinem Gebälk hängen 4 Glocken, die zu Freud und Leid erklingen, und von der Liebe und von dem Erbarmen
   Gottes künden.
* In Kriegszeiten wurden oftmals Glocken zu Kanonen umgegossen - und so konnte es auch nicht ausbleiben, dass
   Frankenwinheimer Glocken zum "Kriegsdienst" beschlagnahmt wurden.
* 1950 aber war das Geläute wieder komplett. 
* Mit meinen Schülern habe ich einmal den Turm bestiegen und die Glockeninschriften entziffert.

1. Marienglocke:  
Hosanna in der Höhe heiss ich, 
Jesus und Maria preis ich, 
nach Frankenwinheim gehör ich. 
Mit meinen zwei Schwestern goss mich
in Erding Meister Czudnochowsky
im Heiligen Jahr 1950.

2. Johannes der Täufer:  
Johannes werde ich genannt,
einst scholl mein Ruf am Jordanstrand. 
Nun bin ich euer Kirchpatron.
Ich bitt für euch an Gottes Thron. 
Ich rufe sonntags euch zum Herrn.
O säumet nicht und kommet gern!

3. Johannes der Evangelist
Mein Name ist Johannes der Evangelist. 
Nach zwei Kriegen voller Leid
ruf ich zu euch aus der Ewigkeit: 
Kindlein, liebet einander 
(1914/18 - Kriegergedächtnisglocke - 1939/45)

4. Christopherus:  
Ich rufe die Kindlein zur Tauf, 
ich halte die Wetter auf, 
und geht es dem Abend zu, 
läut ich den Seelen zur Ruh. 1770

Persönliches Nachwort (von Heinz Köpl):
* Frankenwinheim ist seit 40 Jahren meine Wahlheimat;
* Heimat ist für mich etwas, das es ständig zu durchforschen und zu erforschen gibt.
* Und so habe ich seit den ersten Tagen hier in Frankenwinheim (1959) mit meinen Schülern, und dann auch allein
   das Terrain erforscht (z. B. für die Erstellung eines Ortsplans u. a.)  und manches gefunden, was man nicht
   tagtäglich sieht, was man nicht auf Anhieb weiß, und das doch interessant und wissenswert ist.
* Im Vorausgehenden habe ich einiges berichtet.
* Vieles gibt es noch zu tun, zu sichten und in die rechten Zusammenhänge zu stellen, aber auch durch
   Veröffentlichung und Präsentation ist es in das Bewusstsein der (auch jüngeren) Mitbürger zu rücken, dass aus
   dem Wissen um die Heimat Liebe wird, und dass dieses reiche kulturelle Erbe auch den kommenden
   Generationen erhalten bleibt.

Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl
Wappen - festlich Wappen - Feuerwehr Mit Ortsname Mit Rose u. Traube

Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl

Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl
Mit Rose u. Traube Weindorf Frankenwinheim    

Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl

Wappen-Entwürfe von Heinz Köpl