1225 Jahre Frankenwinheim - Festspiel 2004
Einladung zum Festspiel

* Historischer Hintergrund

* Zum Inhalt

* Personen und ihre Darsteller

* Vorbereitung (Bilder)

* Arbeitsgruppen und Mitarbeiter in der Regie

* Bilder aus Akt 1

* Festspiel-Halle (Karte)

* Bilder aus Akt 2

 

* Bilder aus Akt 3

Zeitungsbericht vom 20.07.2004

* Autor des Stückes (Bild)

 

* Spielleiter (Bild)

Historischer Hintergrund:
Das Schauspiel gründet auf den „Urkundlichen Nachrichten über die Pfarrei“, die der gebürtige Frankenwinheimer Pfarrer Sebastian Pfriem unter dem Titel „Das Dorf Frankenwinheim“ im Jahr 1926 veröffentlichte.
Darin zitiert er, vor allem in dem Kapitel „Pest, Hunger und Krieg“ (S. 174 f.), des öfteren den damaligen Schulmeister und Gemeindeschreiber Nikolaus Heilmann, der in Frankenwinheim die schwere Zeit der Pest 1611/12 und des
30-jährigen Krieges erlebte und beschrieb.
In der Chronik erwähnt und wahrscheinlich auch von der Pest bedroht und betroffen waren damals der Besitzer des Schlossgutes Veit Ulrich von Henneberg (+ 1622) und sein Sohn Georg Sigismund (+ 1620), Domherr zu Würzburg unter dem Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (+ 1617).
Als Pestpfarrer bezeichnet die Chronik den damals in Frankenwinheim wirkenden Pfarrer Jakob Memel (1607 – 1613), der in 10 Monaten 91 Opfer der Pest bestatten musste.
Man darf annehmen, dass die seinerzeit im Spital von Gerolzhofen tätigen Ärzte auch die Frankenwinheimer Kranken betreut haben.
Die vielen, in der Chronik nicht genannten Bürger beider Dörfer repräsentieren die beiden fiktiven Personen Bärbel und Franz. Sie zeigen in ihrem hilfsbereiten Handeln die Situation der leidenden Frankenwinheimer wie der helfenden Brünnstadter in dieser Pestzeit beispielhaft auf.

Zum Inhalt:
Nach einer musikalischen Intrade wird das Spiel mit einem Prolog des Nikolaus Heilmann – weiland Schulmeister in Frankenwinheim und Gerichtsschreiber in Gerolzhofen – eröffnet, bei dem alle Mitspieler vorgestellt werden.
1. Akt
Auf dem Brückenwasen an der Weidachbrücke sind Frankenwinheimer und Brünnstadter Einwohner versammelt, um ausgelassen Kirmes zu feiern. Die beiden zentralen (fiktiven) Figuren Bärbel (aus Brünnstadt) und Franz (aus Frankenwinheim) wollen bei dieser Gelegenheit ihre Verlobung bekannt geben und feiern. In das fröhliche Treiben hinein platzt der Pestarzt aus Gerolzhofen mit der Nachricht vom Ausbruch der Pest in Frankenwinheim. Die Brünnstadter weichen entsetzt über die Brücke zurück, die Tore werden geschlossen – niemand darf mehr Frankenwinheim betreten oder verlassen. In dieser verzweifelten Situation  beraten die führenden Köpfe erste Hilfsmaßnahmen. Die Brünnstadter Frauen beschließen spontan, die nun Not leidenden Frankenwinheimer mit Speisen und Getränken zu versorgen.

2.
Akt
Das Bärbala und die Brünnstadter bringen Nahrungsmittel für die Pestkranken und legen sie am Ufer ab. Kranke gehen über die Brücke, nehmen die Speisen auf und kehren wieder auf die Frankenwinheimer Seite zurück. Franz nähert sich der Brücke als Letzter. Bärbel erblickt ihn, und will in einem Verzweiflungsakt zu ihm über die Brücke rennen. In dieser dramatischen Situation wird sie aber von allen Beteiligten an diesem Vorhaben gehindert.

3.
Akt
10 Monate später. Die Pest ist überwunden.
                                        „Das Dorf ist nun wieder ein offenes Dorf:
                                         Drei Tore, sie steh’n wieder offen
                                         für jeden, der gehen will oder kommt –
                                         gefahren, geritten, geloffen ...“

Die Frankenwinheimer fassen Mut und neue Hoffnung; das seinerzeit abgebrochene Fest wird jetzt nachgeholt. Franz und Bärbel treffen sich wieder und geben sich das Ja-Wort. In großer Dankbarkeit gegen Gott und vor allem gegen die hilfsbereiten und selbstlosen Brünnstadter endet das Spiel in einem Art „Rütli-Schwur“, in dem sich beide Dörfer für alle kommenden Zeiten Beistand und Hilfe versprechen.

Autor des Festspiels: Fritz Röll

Spielleiter: Heinz Köpl

 

  

Personen und ihre Darsteller

Bärbala (... aus Brünnstadt)

Carolin Ruß

Franz (... aus Frankenwinheim, ihr Verlobter)

Alexander Erk

Nikolaus Heilmann (Schulmeister u. Gerichtsschreiber)

Elmar Walter

Pestarzt (aus Gerolzhofen)

Martin Reisinger

Jakob Memel (Pfarrer aus Frankenwinheim)

Hans Ebert

Veit Ulrich Truchsess von Henneberg zu Frankenwinheim
(Gutsbesitzer in Frankenwinheim, genannt Baron)

Egon Sperling

Georg Sigismund (Sohn von Veit Ulrich, Domherr in Würzburg)

Marcel Plettner

Bürgerinnen und Bürger aus Frankenwinheim u. Brünnstadt

Sabine Barthelme, Andrea D.-Jörg, ....

Wirt (stumme Rolle)

Karl-Heinz Stöcklein

Volk von Frankenwinheim und Brünnstadt

Gesangverein und Volkstanzgruppe

Zwischenaktmusik

Rosenberg-Musikanten

Spielleiter

Heinz Köpl

Regie-Assistentin und Souffleuse

Mechthild Finster

Arbeitsgruppen und Mitarbeiter in der Regie

Bühnenbild

Heinz Köpl

Kostüme

Elfriede Kunzmann
Mechthild Finster
Brigitte Köpl
Christa Baier

Bühnenbau

Karl-Heinz Stöcklein
Helmut Barthelme

Kulissenmalerei

Helmut Barthelme
Arom Rehberger
Inge Polster

Dekoration

Anni Barthelme

Tänze

Claudia Göllner

Bühnen-Mobiliar

Jupp Kunzmann
und Seniorengruppe

Licht und Ton

Martin Reisinger und Team

Elektrik

Thomas Stöcklein
Walter Sperling

Maske

Doris Weber-Lorey
(Salon Doris)

Vorbereitung
- Sämtliche Bilder können mit einem Klick vergrößert werden -
Bühnenmodell Bühnenbild-Team Bühnenbild-Team Bühnenbild-Team Bühnenbild-Team
Bühnenbild fast fertig! Probe-Szene Probe-Szene Plakat-Serie Hinweis-Schilder
Rundfunk-Bayern 2: Bericht folgt am 15.07.04 zwischen 6 und 7 Uhr! Unbedingt anhören! Festsaal
Schmink-Szene Maskenprobe Kartenverkäufer Kartenverkäuferin Umzieh-Zelt

Festspiel-Halle

Zeitungsbericht der Main-Post vom 20.07.2004

Eine mitreißende Premiere

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten 1225 Jahre Frankenwinheim stellte zweifelsohne das historische Festspiel aus der Feder des Heimatdichters und gebürtigen Frankenwinheimers Rektor i. R. Fritz Röll dar. Am Wochenende wurde das Bühnenstück drei Mal in der Winzerhalle an der Weidach aufgeführt. 

Schon am Samstag bei der Premiere wollte der Applaus nicht enden. Das Publikum war von dem Stück fasziniert. Auch so mancher Szenenapplaus begleitete die erste öffentliche Aufführung. Dem Autor Fritz Röll stand nicht ein Bauernschwank im Sinn, sondern es sollte die schlimme Pestzeit, die 1611 in Frankenwinheim wütete und 91 Menschen das Leben kostete, auf der Bühne umgesetzt werden. Die Hilfsbereitschaft der Brünnstädter Bürger ist ebenfalls schriftlich belegt. In diesen historischen Hindergrund wob Fritz Röll eine Liebesromanze zwischen dem "Bärbala vo Brünnschd", gespielt von Carolin Ruß und dem Frankenwinheimer Franz (Alexander Erk).

Großes Lob erhielt Rektor a. D. Heinz Köpl für die künstlerische Gestaltung der 15 mal fünf Meter großen Bühne und die Umsetzung des historischen Festspiels als Spielleiter. Zirka 40 Akteure waren bei den drei Aufführungen mit Begeisterung dabei. In den größeren Rollen stellten Elmar Walter den Schulmeister Nikolaus Heilmann, Martin Reisinger den Pestarzt, Egon Sperling den Gutsbesitzer Veit Ulrich, Marcel Plettner den Domherrn Georg Sigismund und Hans Ebert den Pfarrer Memel dar.
Besonders belebt wurde das Stück von den zahlreichen Nebendarstellern, die durch ihre Spielfreude und Originalität dem Publikum so manchen Szenenapplaus entlockten.

Das Bemerkenswerte an dem Stück ist, dass es eigens für diesen Anlass von dem Heimatdichter Fritz Röll geschrieben wurde. Die Idee von Robert Finster auf Basis der historischen Verbindung der beiden Dörfer Brünnstadt und Frankenwinheim wurde von Fritz Röll dabei vorbildlich umgesetzt. Bekanntlich bilden die beiden Dörfer seit der Gebietsreform eine Gemeinde. Mit solch einer gemeinsamen Aktivität möchte Finster den Zusammenhalt weiter fördern.

Viele Personen hatten sich auch zusammen gefunden, um in wochenlanger Arbeit die Halle von Ludwig Fackelmann in einen würdigen Rahmen zu verwandeln. Bereits vor Monaten wurde die Zufahrt zur Halle geteert und die Bühnenkonstruktion ausgetüftelt.

Kurz vor der Premiere wurden noch einmal sämtliche Kräfte mobilisiert, um Ton und Beleuchtung abzustimmen, die Halle zu verdunkeln und sie mit frischem Grün zu dekorieren. Wegen des heißen Wetters wurde kurzfristig ein Rasensprenger auf dem Dach installiert, um die Halle zu kühlen.


Robert Finster dankte besonders Ludwig und Sieglinde Fackelmann für das unentgeltliche Bereitstellen der Festhalle für gemeindliche Großveranstaltungen. Während und nach den Aufführungen spielten die örtlichen Blaskapellen aus Brünnstadt und Frankenwinheim.

                                                                                                          Von unserem Main-Post-Mitarbeiter Stefan Polster