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Soldaten
sollen zweite Heimat finden (Main-Post vom 18.05.09)
Auch Frankenwinheim geht Patenschaft mit einer Bundeswehr-Kompanie ein
Viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft sowie großes Interesse der
Bevölkerung begleiteten die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde
zwischen der 1. Kompanie des Instandsetzungsbataillons 466 und der
Gemeinde Frankenwinheim. „Dies ist der letzte Schritt hin zu unserer
Patenschaft und gleichzeitig der erste Schritt, diese Patenschaft mit
Leben zu füllen“, stellte Kompaniechef Major Erik Schwarz freudig fest.
Und Weinprinzessin Rebekka ließ den Worten sogleich Taten folgen, indem
sie die Soldaten zum Frankenwinheimer Weinfest einlud. Die
Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde durch Bürgermeister Robert
Finster und Major Erik Schwarz war der Schlusspunkt unter einen Prozess,
der im Dezember 2008 bei der Verabschiedung der KFOR-Kompanie in
Obervolkach seinen Anfang genommen hatte. Sowohl die Kompanie wie auch
die Gemeinde waren bereits zu diesem Zeitpunkt sehr an einer Patenschaft
interessiert. In etlichen Gesprächen merkten beide Seiten sehr schnell,
dass die Chemie zwischen ihnen stimmt und brachten so in erstaunlich
kurzer Zeit die Verbindung zwischen Gemeinde und Bundeswehr zustande.
Durch tief greifende Umstrukturierungen innerhalb der Bundeswehr wurden
vor geraumer Zeit die Pioniere aus der Volkacher Mainfranken-Kaserne
abgezogen. Stattdessen sind hier jetzt zwei Instandsetzungsbataillone
mit insgesamt zehn Kompanien stationiert. Viele der Soldaten sind
Zeitsoldaten und bleiben meistens für viele Jahre in der gleichen
Kaserne.
Mit der Übernahme einer Patenschaft hilft eine Gemeinde den Soldaten, an
ihrem Standort eine zweite Heimat zu finden. Gegenseitiges Helfen, das
gemeinsame Ausrichten von Veranstaltungen und eine positive Präsentation
der Bundeswehr in der zivilen Bevölkerung sind Ziele einer solchen
Patenschaft. Nicht selten lernt ein Soldat während seiner Dienstzeit am
Einsatzort ein Mädchen kennen, das er später heiratet, und macht so die
einstmals zweite Heimat zu seiner ersten.
„Die Einbindung der Soldaten in das soziale Umfeld der Garnisonsstadt
und der offene Umgang miteinander sind Grundlage dafür, dass der Soldat
nicht nur als anonymes Machtinstrument des Staates betrachtet wird,
sondern als Individuum mit eigener Persönlichkeit“, stellte
Oberstleutnant Thomas Menikheim in seiner Rede fest.
„Sie können sich auf uns verlassen. Wir stehen an ihrer Seite“,
versprach Bürgermeister Robert Finster den Angehörigen der
1. Kompanie.
Die Zeiten, in denen schwedische Soldaten über das Dorf herfielen und
Unheil und Schrecken verbreiteten, seien glücklicherweise vorbei. „Dies
ist mit den Soldaten, die wir heute in unsere Gemeinde eingeladen haben,
ins Gegenteil verkehrt“, freute sich der Bürgermeister. Er betonte den
freundschaftlichen Charakter der Patenschaft und das Einstehen
füreinander. „Ich bin überzeugt, dass es gelingt, das schon gute
Verhältnis zwischen der Zivilbevölkerung und den Bürgern in Uniform
weiter zu festigen."
Weinprinzessin Rebekka zog Parallelen zwischen dem Amt ihres Taufpaten
und dieser Patenschaft ihrer Heimatgemeinde und drückte ihre Freude über
diese Verbindung mit einer Einladung der Soldaten zum kommenden Weinfest
in Frankenwinheim aus.
Für Pfarrer Stefan Mai stellt diese Patenschaft einen Brückenschlag
zwischen zwei Welten dar.
Der offiziellen Unterzeichnung vorausgegangen waren ein Empfang auf dem
Spielplatz in der Krautheimer Straße und ein imposanter Umzug durch das
Dorf. Viele Ehrengäste, Vertreter der örtlichen Vereine, die Tanzgarde,
Vertreter von Polizei und Feuerwehr und eine ganze Reihe von
Frankenwinheimern marschierten zu den Klängen der Rosenberg-Musikanten
durch die Straßen und gaben so dem Tag eine festliche Note.
Vor der Weidachhalle hatte der Fernmeldezug der 1. Kompanie eine mobile
Funkkabine und einen Feldkabelbautrupp aufgebaut. Kinder durften hier
selbst einmal funken und interessierte Erwachsene informierten sich über
die Arbeitsweise und Aufgaben einer Stabs- und Versorgungskompanie.
Apropos Versorgung: Die ebenfalls anwesende Feldküche der Kompanie
versorgte an diesem Abend die Gäste mit ausgezeichneter Gulaschsuppe.
Main-Post-Mitarbeiterin Franziska Greger
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