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Enttäuschung
Schnee von gestern
(Zeitungsartikel
der Main-Post vom 08.05.2003)
Eine große Schar
Frankenwinheimer Bürger war zur gemeinsamen Feier "25 Jahre
Gebietsreform und 25 Jahre VG Gerolzhofen" zu Fuß oder mit dem
Fahrrad nach Brünnstadt gekommen, um dort gemeinsam an die Anfänge der
neuen Gemeinde zu erinnern.
Bürgermeister
Robert Finster erinnerte in seiner Ansprache an die damals von der
Staatsregierung verordnete kommunale Gebietsreform, bei der aus ehemals
143 Landkreisen bzw. kreisfreien Städte nur noch 71 Gebietseinheiten
gebildet wurden. Die Zahl der Gemeinden verringerte sich von fast 7.000 auf
2.031.
Sicherlich habe es nach der verordneten Entscheidung bei
den Lokalpolitikern und der Bevölkerung Enttäuschung, Verbitterung oder
Zorn gegeben, wie Finster ausführte. Auch die Region Gerolzhofen sei
davon nicht verschont geblieben.
Finster erinnerte an die beiden letzten
Gemeinderatssitzungen der alten Gemeinden. In Brünnstadt fand jene am 27. Juni 1977 unter Leitung von Bürgermeister Josef Issing statt. Die
Gemeinderäte waren: Josef Gerber, Edgar Lenhard, Otto Münch, Karl
Reichert, Hermann Russ, Leo Russ, und Leo Stamm.
In Frankenwinheim war die letzte Gemeinderatssitzung am
28. September 1977 unter Leitung von Bürgermeister Josef Kunzmann und mit
den Gemeinderäten Gerhard Böhm, Arthur Fackelmann, Ludwig Röll, Oskar Röll,
Kaspar Sperling, Valentin Stöcklein und Siegfried Vollmuth statt.
Im Anschluss rief Bürgermeister Finster zu einer
Gedenkminute für die verstorbenen Gemeinderatsmitglieder auf, die während
der Gebietsreform Verantwortung getragen hatten. Dies waren: Arthur
Fackelmann, Karl Hauck, Josef Pöschl, Kaspar Sperling, Valentin Stöcklein
und Siegfried Vollmuth.
Finster ging auch auf die persönlichen Härten ein, die
sich für viele Brünnstädter mit der Aufgabe der Selbständigkeit im
September 1977 ergaben. Auch wenn heute die Feier im Vordergrund stehe,
wollte Finster bei seinem Rückblick auch solche Gefühlsregungen nicht
verdrängen. Schließlich seien es damals die Räte der beiden alten
Gemeinden gewohnt gewesen, über viele Jahre Verantwortung für ihr Dorf
zu tragen.
Um das Miteinander an diesem Tag zu demonstrieren,
spielten die beiden Musikkapellen abwechselnd auf. Bei der Übergabe
wurden auch spontan einige Stücke gemeinsam vorgetragen. Die
Kindergartenkinder führten unter der Leitung von Elke Krämer einen Tanz
vor. Der Gesangverein und die Volkstanzgruppe mit Aktiven aus Brünnstadt
und Frankenwinheim führten ihre Tänze vor.
Zum Schluss seiner Rede würdigte Bürgermeister Robert
Finster auch die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gerolzhofen. Er lobte den
Weitblick der damals Verantwortlichen, die somit eine finanzierbare
Verwaltung geschaffen hatten. Sein Dank an dieser Stelle galt dem
Gemeinschaftsvorsitzenden Hartmut Bräuer für dessen Dienste zum Wohl der
VGt.
Frankenwinheims Altbürgermeister Josef Kunzmann und aus
Brünnstadt der langjährige Gemeinderat Hermann Russ ließen mit persönlichen
Eindrücken die Zeit der Reform noch einmal lebendig werden.
Landtagskandidat Dr. Otto Hünnerkopf sprach ebenfalls Grußworte, bevor
es zum gemütlichen Teil des Abends bei strahlendem Sonnenschein überging.
Artikel von Stefan Polster
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