Bildstöcke in Frankenwinheim

Bildstöcke in Dorf und Flur
von Hans Koppelt, Gerolzhofen - Bilder von Stefan Polster
Quelle: 1200 Jahre Frankenwinheim, Jubiläumsschrift des Festjahres, Seite 54 ff

* inventarisiert wurden 1975 alle Flurdenkmale im Landkreis Schweinfurt
* für Frankenwinheim: 20 Denkmale
* älteste Denkmal ist die um 1700 entstandene "Russer Marter" (Nr. 8)
* Marter hatten oftmals auch Grenzfunktionen (siehe Nr. 18: Kettenstein), an denen früher Gefangene übergeben wurden
* auf den ältesten Bildstöcken wurde vor allem die Passion Christi dargestellt, daher der Begriff "Marter"
* in Frankenwinheim jedoch nur dreimal die Kreuzigung
* dominierend sind Darstellungen der Dreifaltigkeit bzw. Krönung Mariens, der Pieta und des Hl. Sebastian

Nr.   1 - Bildstock Nepomuk (Brücke)

Nr. 11 - Bildstock - Richtung Geo - in der ersten Kurve

Nr.   2 - Bildstock "Kreuzschlepper" (Anwesen Sendner)

Nr. 12 - Bildstock zwischen Brünnstadt u. Frankenwinheim

Nr.   3 - Bildstock am Anwesen Feuerbach/ Kleinschrod

Nr. 13 - Bildstock Spielplatz in der Allee (jetzt!)

Nr.   4 - Bildstock vor dem ehemaligen Schloss

Nr. 14 - Holzkreuz im Rosenberg

Nr.   5 - Bildstock gegenüber Hausnr. 105

Nr. 15 - Bildstock am Holzkreuz  (verschwunden!)

Nr.   6 - Bildstock "Schellers Marter"

Nr. 16 - Bildstock am Anwesen Pöschl/ Erk

Nr.   7 - Bildstock am nördl. Ortsende (Feldwegkreuzung)

Nr. 17 - Bildstock in der Flur "Gerolzhöfer Weg"

Nr.   8 - Bildstock "Russer Marter"

Nr. 18 - Bildstock Kettenstein (verschwunden!)

Nr.   9 - Bildstock Richtung Schallfeld (Eisenbahnhalteplatz)

Nr. 19 - Wiesenkapelle (Käppele)

Nr. 10 - Bildstock Richtung Geo, Abzweigung Brünnstadt

Nr. 20 - Bildstock am Sportheim (Vierzehnheiligen)

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Nr. 1 - Nepomukfigur

- im Ort gegenüber Hs. 36 auf Brückenmauer über den Lülsbach lebensgroße Freifigur des HL. Nepomuk
- aus Sandstein
- Einweihung 1729
- Restaurierung 1977 anlässlich eines Brückenneubaues

   

Nr. 2 - Kreuzschlepper

- im Ort bei der Straßenabzweigung nach Lülsfeld
- auf zweiteiligem Sockel mit Abdeckplatte eine Freifigur des Kreuzschleppers aus Sandstein
- Gesamthöhe 2,45 m
- Inschrift in der Abdeckplatte:
"Komm und folg mir nach",
- darunter in 87 cm hoher Inschriftplatte:
"Achtung dem/ der Lasten trägt/ heißt ein Spruch aus unseren Tagen.
   Drum neig/ dein Haupt vor Gottes/ Sohn. Er hat für uns das/ Kreuz getragen. Doch/ schau ihn nicht bloß/
   flüchtig  an. Gehe/ mit ihm die rech/ te Bahn".

- Rückseite:
"Adelbert Röll renov. 1962".

Nr. 3 - Bildstock beim Anwesen Feuerbach/Kleinschrod

- im Ort beim Anwesen Feuerbach/ Kleinschrod
- an Stelle eines zerstörten Sandstein-Bildstockes, ein solcher aus Kalkstein, bestehend aus Sockel und Aufsatz in
   angedeuteter Kreuzform
- darin Relief der Dreifaltigkeit mit Maria
- Inschrift im Sockel:
"Errichtet zu Ehren der/ Hl. Dreifaltigkeit/ Gestiftet v. Familie/ St. Kleinschrod/ 1958".
- Gesamthöhe 2,00 m

 

Nr. 4 - Bildstock vor dem ehemaligen Schloss

- im Ort vor dem ehemaligen Schloss (Scherenbergstraße)
- Altarbildstock aus Sandstein
- bestehend aus Tischsockel und dreiseitig geschlossener, von Rundbogendach überdeckter Nische,
- mit Reliefdarstellung der Dreifaltigkeit mit Maria auf der rückseitigen Platte,
- auf der linken Seitenwand außen Relief der
"S. Sebastianus", rechts außen der Pieta;
- im Sockel links der
"Johannes der Täufer" und rechts des "Hl. Valentin"
- verstümmelte Inschrift vorn im Sockel:
"Gott und der Heiligsten/ Dreyfaltigkeit zu Ehren hat/ Nickol... Mu..."
   Es folgen noch mehrere Zeichen.
- Gesamthöhe (ohne die verschwundene Bekrönung) 2,35 m

Nr. 5 - Gegenüber Hausnummer 105

- im Ort gegenüber Hausnummer 105 (Anwesen Roth, Lülsfelder Str.)
- anstelle eines unbekannten Vorläufers mit unbekannter Darstellung
- eine moderne Bildsäule aus Sandstein
- Höhe 2,04 m
- mit Relief der Dreifaltigkeit mit Maria im Bildaufsatz
- Inschrift in der Vierkantsäule:
"Ich bin/ eine Magd des/ Herrn/ mir ge/ schehe/ nach/ deinem/
   Wort".

- an der Rückseite im Aufsatz die Gottesmutter mit Kind und
- darunter in der Säule die Jahreszahl 1955/
Jörg/ HS 105

Nr. 6 - "Schellers Marter"

- an der Straße nach Gerolzhofen
- in der von Hans Feustel geschaffenen Grünanlage am Weidachbach
- Altarbildstock aus Sandstein
- Gesamthöhe 3,00 m
- auf dem Tischsockel der, von einem stilisierten Baldachin überdeckte, nach vorn gewölbte Aufsatz mit einer vorn
   herausgearbeiteten Nische
- darin ein Relief der Kreuzigung
- davor eine Platte für das Allerheiligste
- seitlich ist der Aufsatz von Volutenansätzen bestanden
- Bekrönung bildet ein Hochrelief der Dreifaltigkeit mit Maria
- im vorgewölbten Sockel ein Inschrift:
"Dem dreiseitigen Gott/ Zum Lob JESU/ dem gekreuzigten zum Dank/ dem
   HH. Wendelinus und Sebastian/ Zur Ehren/ hat diesen Bildstock aufgerichtet/ Jacob Stöcklein/ 1797"
- Im Sockel seitlich links Relief des Hl. Sebastian und rechts des Hl. Wendelin
- besonderer Name
"Schellers Marter"
- Bemerkung: Das Denkmal stand bis zum Jahr 1976 an einem Garten 250 m nördlich der Kirche, in Nähe des
   Bildstockes Nr. 7

Nr. 7 Richtung Gerolzhofen

- am nördlichen Ortsende (Radfahrweg, Kelleranwesen, Feldwegkreuzung)
- Bildsäule aus Sandstein mit abgebrochener Kreuzbekrönung
- Höhe: 2,00 m
- mit Reliefdarstellung Maria mit Kind im Bildaufsatz
- Inschrift in der balusterartigen Säule:
"O Maria/ schütze mich/ im Leben/ begleite mich/ auf allen Wegen/
   und steh' mir bei/ im Tod"

- Rückseite:
"Errichtet im Jahre 1952/ von Ludwig Keller/ausgeführt von/ Kurt Tully/ Gerolzhofen"

Nr. 8 "Russer Marter"

- an der Straße nach Gerolzhofen, 700 m nördlich der Kirche
- Höhe 3,40 m
- aus Sandstein auf gemauertem Sockel
- mit Reliefdarstellung der Pieta im Bildaufsatz
- Inschrift: VEIT REST VND/ KARINA RESDI/ N
- Rückseite mit Darstellung der Monstranz
- Besonderer Name: "Russer-Marter"
- Besondere Bemerkung: Diese Marter stand bis 1904 von Hausnummer 35 (Gasthaus Kraus)

Nr. 9 - Bildstock Richtung Schallfeld (Eisenbahnhalteplatz/ Schallfelder Marter)

- an der Straße nach Schallfeld beim ehemaligen Halteplatz der Eisenbahn
- Martersäule aus Sandstein
- Höhe: 3,5 m
- der von einem Kreuz aus Eisen bekrönte Bildaufsatz zeigt vorn ein Relief der Kreuzung mit 2 Assistenzfiguren
- auf der Rückseite ein Relief der Pieta
- im Fuß der Vierkantsäule vorn:
"Renov 1871"
- seitlich rechts:
"Fromm"
- hinten:
"1891/ MH"
- Inschrift im Tischsockel vorn:
"Mensch steh still und/ schau mich an!/ zu Ehren des bittern Leiden/ ...Christi hat
   Valentin/ Böhm (?) und seine Eheliche Haus/ frau Eva dieses Bild setzen lassen/ Anno 1833"

- Relief des Hl. Valentin im Bischofsornat, mit Kind im Sockel, Rückseite
- Schallfelder Marter wird schon im Jahre 1488 erwähnt (nach S. Pfriem)

Nr. 10 - Bildstock Richtung Geo, Abzweigung Brünnstadt

- an der Straße nach Gerolzhofen, bei der Abzweigung nach Brünnstadt
- Höhe: 2,9 m
- vierkantiger Bildpfeiler aus Sandstein
- von Steinkreuz bekrönt
- auf der Straßenseite Relief mit Inschrift:
"St. Othilia" und "Lobet den Herrn in seinen Heiligen"
- seitlich westlich:
"St. Theresia" und "Errichtet durch fromme Stiftung/ der Michael Straub's Ehefrau/ Theresia im
   Jahre 1866"

- seitlich Ost:
"St. Michael" und "Wer ist wie Gott?"
- Rückseite Pieta mit Inschrift:
"Sieh Wanderer ob ein Schmerz/ den meine gleiche"
- darunter zwei gotisierte Doppelfenster mit Maßwerk als Blenden
- alle Reliefs in Rundbogennischen mit ausgesetzten, eingeschweiften Spitzbogen mit Krabben und Kreuzblumen und
   Blendmaßwerk besetzt

Nr. 11 - Bildstock - Richtung Geo - in der ersten Kurve

- an der Straße nach Gerolzhofen, in der Kurve, 100 m NW des Ortsrandes
- Höhe: 3,60 m
- hoher, starker Sandsteinpfeiler mit vierflächigem, von Spitzbogen gebildeter Aufsatz, durch Kreuzblume bekrönt
- die Reliefs im Aufsatz zeigen vorn: Dreifaltigkeit - links: Pieta - rechts: Lamm Gottes
- darunter im Sockel die entsprechenden Inschriften:
"Sei gelobt und hoch gepriesen/ Heiligste Dreifaltigkeit"
- links:
"O Du schmerzhafte Jungfrau/ bitt für uns"
- rechts:
"Sehet an das Lamm/ Gottes"
- an der Rückseite im Aufsatz:
"Durch fromme Stiftung/ der Adam Faulhabers Wittwe/ Dorothea errichtet
   im Jahre/1855/ V. Fromm/"

- an der Säule vorn ein kleines Podest, darüber leere Nische

Nr. 12 - Bildstock zwischen Brünnstadt u. Frankenwinheim

- etwa 1 km NNW des Ortes, westlich der Straße nach Brünnstadt
- Höhe 2,90 m
- Marter auf Tischsockel, aus Sandstein
- mit Reliefdarstellung der Kreuzigung im Bildaufsatz
- darunter die Inschrift:
"Gelobt sei/ Jesus Christus"
- an der Rückseite Relief der Pieta
- darunter die Inschrift:
"Hl. Maria/ bitt für uns"
- Inschrift im Sockel vorn:
"Errichtet/ zu Ehren Gottes/ 1959"
- Vor 1955 stand hier ein gemauerter Dreifaltigkeitsbildstock mit Spitzdach

Nr. 13 - Bildstock Spielplatz in der Allee (jetzt!)

- 300 m westlich der Kirche, am Weidachbach (jetziger Standort: Spielplatz in der Allee)
- Altarbildstock aus Sandstein
- Bekrönung, ein Relief der Dreifaltigkeit, ging bei einer Versetzung 1940 verloren
- auf Tischsockel ein seitlich von Voluten bestandener Aufsatz, dessen nach vorn gewölbtes Dach, mit gerafften Vorhang
   bedeckt, eine Nische überdeckt, darin ein Relief der Kreuzigung
- im Sockel vorn Relief einer Landschaft mit dem Hl. Wendelin und weidenden Schafen.
- seitlich links im Sockel Relief des Hl. Sebastian
- seitlich rechts teilweise verstümmelte Inschrift:
"Dem dreieinigen Gott/ zu Lob/ JESU/ dem gekreuzigten/ zum dank/
   Den HH Wendelin ... Sebastian/ zur Ehr/ hat diesen bildstock aufgerichtet/ Jörg Stöcklein ...wandter/ von .../
   Barbara ... Königinn/ 1784"

 

Nr. 14 - Holzkreuz im Rosenberg

- etwa 1 km westlich der Kirche (Flurname: Am Rosenberg)
- Höhe ca. 5 m
- Holzkreuz auf breiten gemauertem Sockel
- am Schaft die Eisenziffern: 1955

Nr. 15 - Bildstock am Holzkreuz  (aber verschwunden!)

- unmittelbar neben Nr. 14 am Boden liegende Sandsteinplatte (82 x 66 cm)
- Inschrift:
"Der heilig Schmertzh/ afte Mutergotes vnt dem H/ Sebastiani zu Ehren hat
   der Selige/ Gerichtsverwanter ValentinvsKün/ iger senior Vnt seine selige/
   Havsfrav Barbara anher .../"

- sicherlich zu dem 1940 bei Flurbereinigung entfernten, 30 m weiter ostwärts gestandenen Bildstock gehörig

Kein Bildmaterial vorhanden!

Nr. 16 - Bildstock am Anwesen Pöschl/ Erk

- am Anwesen Pöschl/ Erk, 480 m SW der Kirche, Flurname "Kehlspitze"
- Bildsäule aus Sandstein
- von eisernem Wiederkreuz bekrönt
- Höhe: 3,20 m
- auf Tischsockel mit profilierter Deckplatte
- Vierkantsäule mit Bildaufsatz
- darin auf der Vorderseite ein Relief der Dreifaltigkeit mit Maria und
- der Inschrift darunter:
"Gelobt sei die allerheiligste/ Dreifaltigkeit"
- auf der Rückseite Relief und Inschrift:
"Hl. Sebastianus"
- im Säulenfuß Kartusche mit Inschrift:
"facit/ Nicolaus/ Straulino"

   

Nr. 17 - Bildstock in der Flur "Gerolzhöfer Weg" (Feldscheune Josef Müller)

- 900 m nordöstlich der Kirche in der Flur "Gerolzhöfer Weg" ca. 30 m östlich neben einem nicht mehr bekannten
   Vorläufer
- Bildstock aus Sandstein mit Sockel aus Granit
- in der Rundbogennische des Aufsatzes ein Relief der Maria mit Kind
- Inschriften:
"Hl. Maria/ bitt für uns"
- auf dem Pfeiler:
"Maria mit dem/ Kinde lieb uns Allen deinen/ Segen gib"
- im Pfeilerfuß:
"Errichtet/ im Jahre 1941 Familie Franz Laufer"

Nr. 18 - Bildstock Kettenstein (aber verschwunden!)

- verschwunden ist der "Kettenstein" (Grenze Krautheim-Frankenwinheim)
- Seb. Pfriem schreibt: ...1616 versprachen die Zollner von Rimbach, dass an der Frankenwinheimer Grenze
 
 "allda derowegen ein sonderlicher Stein gesetzt werden soll"
- in der Flurabteilung "Kettenstein" (genannt 1683) könnte ein solcher Stein gestanden sein

 

Nr. 19 - Wiesenkapelle (Käppele)

- Radweg nach Gerolzhofen ca. 1,3 km nordostwärts der Kirche
- Kapelle ist in Nord-Südrichtung orientiert und an Chorseite teilweise in den Hang hineingebaut
- Dach mit Doppelkreuz
- äußere Abmessungen: 4,65 m Länge und 3,85 Breite
- an den Innenwänden des polygonen Chores befinden sich fünf, im Mauerwerk eingelassene Relieftafeln:
   im Zentrum: die Darstellung der Dreifaltigkeit mit Maria
   links davon: Hl. Sebastian
   zur Rechten: Christus an der Geißelsäule
- an den Längswänden sind auf den Reliefplatten links St. Rochus und rechts St. Wendelinus dargestellt

 

Nr. 20 - Bildstock am Sportheim (Vierzehnheiligen)

- Sportheim Frankenwinheim (an der Straße)
- errichtet 1993
- Empfangs-Stelle der Wallfahrer nach Vierzehnheiligen (immer 1. Wochenende im Juli!)
- Relief zeigt die Vierzehnheiligen mit dem Jesuskind