Wenn die Glocken schweigen: 36 junge Rappler halten in Frankenwinheim die Tradition lebendig
In den Kartagen bleiben die Kirchenglocken traditionell stumm und dann kommt die Stunde der Rapplergruppe. Mit Ratschen und kräftigen Rufen laden sie von Gründonnerstag bis Karsamstag jeweils um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr zum Gebet ein. Der Lärm des Ratschens ersetzt das Glockengeläut, das sonst festliche Stimmung verbreitet, aber in den von Leiden und Sterben Jesu geprägten Tagen jedoch bewusst schweigt.
Heuer zogen 31 Ministrantinnen und Ministranten sowie fünf Kommunionkinder in vier Gruppen durch den Ort. Morgens erklang der Ruf zum Ave-Maria („Und das ist das Ave-Maria …“), mittags wurde die Zeit mit „Und es hat 12 Uhr geschlagen …“ angezeigt, abends folgte der Engelsgruß („Und das ist der Engels-Gruß …“).
Zwischen den Einsätzen nutzten die Kinder und Jugendlichen die Zeit, um sich gemeinsam mit Diakon Günter Schöneich in ihren Gruppen auf die Gottesdienste der Kartage und der Ostertage vorzubereiten. Am Karsamstag ging es nach einer Brotzeit – gespendet von der Bäckerei Schmitt, der Metzgerei Kraus und der Gastwirtschaft Kraus – noch von Haus zu Haus. Dort trugen die Rappler den “Judas-Spruch” vor und wünschten den Bewohnerinnen und Bewohnern frohe Ostertage.
Als Dank für den Dienst gab es in vielen Haushalten Süßigkeiten oder eine Geldspende, natürlich auch als Anerkennung für die Ministrantenarbeit über das ganze Jahr hinweg. Organisiert wurde die Aktion von Bettina Roth und dem neuen Gemeindeteam. Ein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, vor allem den Kindern und Jugendlichen, die die christliche Dorftradition auch 2026 wieder lebendig gehalten haben.
Fotos: EW





